Notkühler

Notkühler sind eine spezielle Ausführungsform von luftgekühlten Anlagen bzw. Luftkühlern und dienen der schnellen Abkühlung von flüssigen Medien wie Wasser, Kondensat oder Thermalöl mithilfe von Umgebungsluft.
Ähnlich einem luftgekühlten Kondensator besitzen Notkühler nur einen Durchgang auf der Rohrseite. Es treten im Gegensatz zu mehrflutigen luftgekühlten Anlagen nie unterschiedliche thermische Dehnungen im Rohrfeld auf, da alle Rohre gleichmäßig belastet werden und sich gleichmäßig in Strömungsrichtung des rohrseitigen Mediums ausdehnen.
Die Kühlung des heißen Mediums erfolgt durch die direkte Beaufschlagung von Umgebungsluft mithilfe von Axialventilatoren.

 

Bei den meisten Anwendungen werden Notkühler zirkulativ gefahren, d.h. eine bestimmte Menge des abzukühlenden Mediums wird so lange durch den Kühler gepumpt bis die für den Prozess notwendige Abschalttemperatur erreicht ist. Erst dann wird der Zustrom des heißen Mediums gestoppt. Die Ventilatoren sind allerdings noch so lange in Betrieb, bis keine Strahlungswärme des Rohrinnenmediums mehr auf sie einwirken kann.


Der Vorteil der zirkulativen Fahrweise besteht darin, dass die zu kühlenden Systeme keinen schlagartigen Temperaturdifferenzen ausgesetzt werden, die aufgrund der entstehenden massiven Materialspannungen zu Schäden führen können. Anwendung finden Notkühler einerseits als reine luftgekühlte Anlagen, mithilfe derer im Störfall schnell eine große Wärmemenge angeführt werden muss und andererseits als Shut-Down-System für die Abkühlung von Heizmedien nach Beendigung eines diskontinuierlichen Heizprozesses.

Oft werden luftgekühlte Anlagen als Notkühler konzipiert und dann zunächst als Kühler für die partielle temperaturmäßige Absenkung eines Bypass-Stroms eingesetzt, damit eine Temperaturregelung schneller ohne große Totzeiten zu realisieren ist. Anschließend werden dieselben Anlagen zur Abkühlung des gesamten Wärmeträgerstroms verwendet.

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